Projekt: Mediencenter / Ski WM 2013 in Schladming
- Technische Daten
- Land:Österreich
- Leistungsumfang:Flusswasserkühlung
- Auftraggeber:Stadtgemeinde Schladming
- Zeitraum:2010
Im Zuge der im Jahr 2013 stattfindenden Ski-WM in Schladming, wurde Allplan von der Gemeinde Schladming dazu eingeladen, ein Konzept für die Kühlung zu finden, welches im Sinne der Nachhaltigkeit sowohl den ökonomischen, als auch ökologischen Anforderungen standhält. Da speziell bei den regenerativen Energien das Zusammenspiel zwischen Nachhaltigkeit und Ökonomie oft schwer zu verbinden ist, ist das Mediencenter ein gutes Beispiel für die Nutzung infrastruktureller Synergien.
Um Nachhaltigkeit bestmöglich umzusetzen ist es wichtig, die natürlichen und technischen Ressourcen in der Umgebung bestmöglich zu nutzen. Im Zuge einer Machbarkeitsanalyse wurde herausgefunden, dass durch die Nutzung der vorhandenen Ressourcen eine Flusswasserkühlung nicht nur die ökologisch, sondern auch die ökonomisch beste Variante darstellt.
Eine Analyse der Gegebenheiten und der zur Verfügung stehenden möglichen Synergien hat ergeben, dass eine „Hybridkühlung“ die nachhaltigste Lösung darstellt. Dazu wird das Wasser der Enns über die bestehende Druckleitung, welche für die Beschneiung der Planai dient, entnommen und über einen Verteilungsschacht in das Mediencenter geführt. Je nach Temperaturniveau kann das Wasser zum Rückkühlen der Kältemaschine oder, bei Unterschreitung von 12°C, zum Direktkühlen des Gebäudes verwendet werden. Über einen bestehenden Regenwasserkanal, wird das Flusswasser der Enns wieder rückgeführt. Damit kann ohne große bauliche Aufwendungen durch die Nutzung der gegebenen Ressourcen eine Flusswasserkühlung realisiert werden.
Eine besondere Beachtung musste dem hydraulischen Konzept zur Einbindung in das Mediencenter geschenkt werden, da das Wasser laut Wasserrechtsgesetz nur unter bestimmten Bedingungen entnommen werden darf und das biogene Wachstum die Leitungen verstopfen könnte. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss das hydraulische Konzept sowohl eine Spülung der Anlage und konstant hohe Fließgeschwindigkeiten im Wärmetauscher gewährleisten, als auch eine Temperaturbegrenzung des rückgeleitenden Wassers von max. 20°C aufweisen, um das sensible ökologische Gleichgewicht in der Enns nicht zu stören.
Die alternative Kälteversorgung ermöglicht über eine eingeplante Reserveleistung von ca. 400 kW auch die Kälteversorgung von Neu- oder Zubauten in der unmittelbaren Umgebung. Im Falle des Mediencenters können über die Nutzung des Flusswassers jährlich rund 30 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht dem CO2-Ausstoß eines durchschnittlicher PKW´s bei einer Fahrleistung von ca. 170.000 km -. dem 4,25-fachen Erdumfang.
Das Projekt Flusswasserkühlung zeigt somit auf, dass unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen sowohl die Investitionskosten als auch die laufenden Kosten im Vergleich zu einer konventionellen Kältetechnik niedriger sind. Ein Beweis dafür, dass die Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie bei der Anwendung von regenerativen Energien kein Widerspruch sein muss.